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Was hat es eigentlich mit diesem ganzen Fachchinesisch rund um die Bowlingbälle auf sich.
Na ja, da sehr viele mit Diff. - RG. - P.A.P usw. nichts anfangen können, hier einige Erklärungen. Ich hoffe es ist einigermaßen verständlich.

Teil 2

Friction (Reibung):
Ohne Reibung würde ein Ball niemals einen Bogen laufen. Durch die Reibung verliert der Ball allerdings unterwegs auch an Energie.

Hook Potential (Hakenpotenzial):
Das ist der Wert, den ein Ball theoretisch kann. Die meisten Hersteller benutzen unterschiedliche Skalen, die weder Leisten noch „Inch“ oder „cm“ bedeuten, mit denen man aber mehrere Bälle miteinander vergleichen kann. Allerdings hat jeder Hersteller seine eigenen Skalen, wodurch das vergleichen von Bällen verschiedener Hersteller etwas schwierig ist.

Hookout oder Rollout:
Dies geschieht, wenn der Ball durch zu viel Reibung die gesamte Energie verliert und die Achse in eine 0 Grad Position fällt und so gerade in die Gasse läuft. Das ganze äußert sich meistens so das der Ball auf der Bahn einen richtig großen Haken oder Bogen läuft. Wenn er aber dann die Pins erreicht hat man oft den Eindruck der Ball hat die Kraft einer 2 Pfund Styroporkugel, selbst wenn er sauber in der Gasse war. Sehr oft bleiben dann Splits stehen wie 5-7, 6-7-10 oder 8-10. Der Ball hat dann seine ganze Energie die er beim Loslassen mitbekommen hat, auf der Bahn für den großen Haken oder Bogen verbraucht. Mann sagt auch der Ball ist auf der Bahn ausgeblutet, oder man spricht vom einem „Toten Ball“.

Length (Länge):
Ähnlich wie das Hook Potential ein Wert, der von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich definiert ist, aber Vergleiche mehrerer Bälle zulässt. Er gibt an, wie lang ein Ball rutscht oder wie früh er rollt. Je höher der Wert, desto länger ist die Rutschphase des Balles.

Leverage Weight:
Der sogenannte Leverage Point, der Punkt, an dem der größte Hebel ansetzt, befindet sich 3 3/8 inch oder 45 Grad von der Drehachse entfernt. Bei der sogenannten Leverage Weight Bohrung befinden sich sowohl CG als auch der Pin 3 3/8 inch vom P.A.P entfernt. In den meisten Fällen ist ein Ausgleichsloch erforderlich, um den Ball wieder ins Gewichtslimit zu bekommen.

Lift:
Die Dynamik, die der Spieler dem Ball mit den Fingern verleiht. Diese Kraft muss reichen um eine Bogenlauf zu erzeugen und genug Kraft zum „Pinmixen“ übrig zu lassen. Denn, ein Ball trifft durch seinen Lauf durch die Pins maximal nur 4 Pins. Der Rest muss durch diese 4 Pins so gemixt werden das der Rest mit umfällt.

Line: (Linien)

-Midline:
Die senkrecht zur Centerline verlaufende Linie, die exakt durch die Griffmitte (gleicher Abstand von den Fingern und dem Daumen) verläuft.

-Center Line:
Die horizontale Linie die durch Daumen und zwischen den Fingern verläuft.

Mass Bias: (Protrusion)
Das Mass Bias zeigt die Stelle im Ball an, wo die Masse am nahesten zur Balloberfläche liegt. Ein Mass Bias entsteht nur bei asymmetrischen Kernen. Es besteht damit die Möglichkeit durch entsprechende Positionierung den Ball-Lauf im letzten Drittel der Bahn zu beeinflussen.

Pin:
Eine kleine runde Markierung auf der Balloberfläche, die das Zentrum und somit die Lage des Kerns im Ball und zum CG markiert. Neben dem CG und dem P.A.P die dritte wichtige Größe beim Bohren von Bowlingbällen.
Die Distanz vom Pin zum P.A.P hat beim Layout den stärksten Einfluss. Steht der Pin 3-3/8 Inch vom P.A.P entfernt, also im 45 Grad Winkel zur Drehachse, ist der Kern am instabilsten was den stärksten Flare erzeugt, und der Ball beginnt somit am frühesten zu reagieren. Befindet sich der Pin 6-3/4 vom P.A.P steht der Kern genau im 90 Grad Winkel zur Drehachse und ist somit in einer stabilen Position. Es kann kein Flare mehr entstehen. Dasselbe ist der Fall, wenn der Pin genau im P.A.P steht, der Winkel ist dann genau 0 Grad. Nur dass sich im diesem Fall der Kern um sich selbst dreht, und bei Distanz 6-3/4 sich der Kern um die Drehachse dreht.

Pitch: (Winkel)
Pitch heißt zwar Wurf oder Schlagen, bezeichnet hier aber den Winkel der Löcher im Ball, spezielle des Daumens. In den seltensten Fällen wird ein genau im 90 Grad Winkel gebohrtes Loch wirklich passen. Left oder Right Lateral Pitch, d.h. der Daumen wird entweder in Richtung des kleinen Fingers (right) oder in Richtung des Zeigefingers (left) gebohrt (grob betrachtet). Dann gibt´s noch den Forward oder Reverse Pitch, d.h. der Daumen schaut Richtung Finger (Reverse) oder nach vorne von den Fingern weg (Forward). Und dann gibt es noch den Winkel, den das Daumenoval zur Centerline bildet.

"P.A.P"  Positive Axis Point:
Der positive Achsenpunkt ist der Punkt, von wo aus der Abstand zum Laufring immer der Gleiche ist. Die Ermittlung dieses Punktes ist für Bohrlayouts von großer Bedeutung. Oder anders ausgedrückt, es ist der Punkt um den sich der Ball beim Loslassen und auf den ersten Metern auf der Bahn dreht. Mann kann es auch kennzeichnen wenn man einen gut sichtbaren kleinen Aufkleber auf diesem Punkt klebt. Dieser Punkt scheint dann am Anfang still zu stehen, weil er sich genau im Achsenzentrum befindet. Der Abstand von den Grifflöchern zum besagtem PAP ist bei jedem Spieler anders und wird vor allem durch die Handhaltung beim Loslassen bestimmt.

Quarter Scale:
Ein Messinstrument mit dem man einen Ball ausmessen kann. Wird gebraucht um auszumessen wo die Grifflöcher gebohrt werden, oder den Ball in seine 6 Seiten einzuteilen damit man ihn auswiegen kann.
Quater Scale
Ein handelsübliches Quarter Scale

Radius of Gyration (RG):
Ist der Wert für die Masseverteilung im Ball. Es zeigt, ob der Kern im Bereich des Zentrums (Low RG) oder mehr zur Schale (High RG) liegt. Der kleinste Abstand darf 2,43 Inch, und der höchste Abstand darf 2,80 Inch betragen. Low Rg Bälle können leichter die Richtung ändern weil ihre größte Masse näher zum Zentrum liegt und die Zentrifugalkräfte (Schwungmasse) dadurch kleiner sind. Das heißt der Ball hat weniger Länge. High RG Bälle dagegen haben mehr Schwungmasse durch die höhere Masse näher an der Oberfläche des Balles, und dadurch auch mehr Längen

Revolutions: RPM
Die Anzahl der Umdrehungen, die der Spieler dem Ball mitgeben kann.

Surface:
Ist der Zustand der Oberfläche an sich, nicht aus welchen Material. Also geschliffen (sanded), matt oder poliert.

Track (Laufring)

-Low Track oder Spinnertyp.
Beim Low Track ist der Laufring recht klein und weit vom Daumen entfernt. Der Winkel, den die Rotationsachse zur Bahn bildet, ist recht hoch (ca. 50 - 60 Grad). Das Problem ist dabei das pro Umdrehung des Balles wenig „Umfang“ des Balles auf der Bahn abrollt, und damit auch wenig Reibung zwischen Ball und Bahn entsteht um ein Richtungsänderung hervor zurufen.

-High Track.
Hier liegt der Laufring recht nahe am Daumen (ca. 2-3 cm entfernt) und ist schon wesentlich größer. Der Winkel der Rotationsachse zur Bahn ist moderat ( um die 20 Grad). Hier hat man den besten Reibwert da viel Ballumfang pro Ballumdrehung abrollt.

-Full Roller.
Hier läuft der Laufring zwischen dem Daumenloch und den Fingerlöchern hindurch. Der Winkel der Rotationsachse zur Bahn ist nahe 0 Grad. Ab und zu kann man dann auch hören wie der Ball über´s Daumenloch hoppelt. Der abrollende Ballumfang pro Ballumdrehung ist hier zwar am größten, aber man kann bei dieser Ballfreigabe fast keine Umdrehungen auf den Ball übertragen und/oder keinen Achsentilt erzeugen. Sieht man häufig bei Hobbyspielern mit konventioneller Bohrung.

Track Flare (Laufringfächer)
Ist die Wanderung des Laufrings von der ursprünglichen Achse nach der Ballabgabe mit der ersten Umdrehung hin zur endgültigen Achse mit der letzten Umdrehung beim Einschlag in die Pins. Der Laufring wandert immer vom Daumen weg und zu den Fingern hin. Durch starkes Trackflare (Leverage Weight) erzeugt man eine sehr starke Ballreaktion, da der Ball bei jeder Umdrehung eine frische, trockene Stelle der Oberfläche auf die Bahn bringt. Man spricht auch vom Fächer.

Top Weight (Kopfgewicht):
Da alle Bälle grundsätzlich einen Kern haben (auch sämtliche Polyesterbälle haben einen Kern und ein Diff. von mindestens 0.019) werden alle Bälle im Neuzustand mit einem Top Weight ausgeliefert das allerdings recht unterschiedlich sein kann. Von 1 Unce bis ca. 7 Uncen ist möglich. Durch das Bohren der Finger- und des Daumenloches gleichen sich die Gewichtsunterschiede ganz oder zumindest etwas an. Wie beim Balance Hole bereits beschrieben kann man mit dem Bohren von selbigem den Lauf des Balles beeinflussen. Der Effekt wird um so stärker, je größer und tiefer diese Ausgleichslöcher werden. Um große Ausgleichslöcher bohren zu können ist grundsätzlich erst einmal ein hohes Top Weight nötig.

Weight Block: (Kern)
Der Gewichtsblock oder Kern, der durch seine Größe, Position und sein Design entscheidenden Einfluss auf die Ballreaktion beim Lauf oder Pin Einschlag hat.