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Grundsätzliches über Bohrlayouts

Bild 1
Der Pin- (Schwerpunkt des Kernes) Abstand zum P.A.P.
Ball Layout Pin

Dieser Abstand hat den absolut größten Einfluss auf das Laufverhalten des Balles. In Pos.1 ist der Pin 6 3/4 Inch vom P.A.P entfernt, und in Pos. 3 ist der Pin genau auf den P.A.P ausgerichtet. In beiden Fällen kann kein Fächer mehr durch den Kern entstehen, da der Kern sich schon in einer stabilen Position befindet. Einmal 90 Grad (Pos. 1) zur Drehachse des Balles (der Kern dreht sich um die Drehachse des Balles), und einmal 0 Grad (Pos. 3) zu Drehachse des Balles, also der Kern dreht sich um sich selbst. In Pos. 2, was einem Abstand 3 3/8 Inch vom P.A.P entspricht oder 45 Grad zu Drehachse des Balles, ist der Kern am instabilsten und wird somit den größten Fächer erzeugen, für max. Hakenlauf. Dazwischen ist natürlich jeder Abstand möglich.


Bild 2
Abstand des CG zum P.A.P in Relation zu Pin
Ball Layouts CG

Die zweite Hauptgröße ist der Abstand des CG (Ballschwerpunkt) zum P.A.P. Auch hier ist der Winkel von 45 Grad zur Drehachse des Balles wieder für das instabilste Drehverhalten, hier vom Ballschwerpunkt, verantwortlich. Hiermit wird das Anrollverhalten (ob früh oder spät) des Balles beeinflusst. Je weiter man in Richtung P.A.P geht, desto früher wird der Ball anrollen. In Pos. 1 ist das CG genau in der Griffmitte, womit kein Seitengewicht entsteht. In Richtung Pos. 2 und 3 wird das Seitengewicht immer größer, was dann ein Ausgleichsloch nötig macht, um den Ball wieder ins Limit zu bekommen. Je weiter man das CG Richtung Pos 3. legt, desto früher wird also der Ball anrollen, aber auch Länger verlieren und früher seine Energie abbauen.


Bild 3
Position des Pin zur Griffmitte
Ball Layout Länge

Durch die Positionierung des Pin´s ober- oder unterhalb der Finger, und damit auch die Position des CG´s zur Griffmitte, wird die "Länge" des Balles etwas mit beeinflusst. Der Abstand Pin zum CG wird ja schon bei der Herstellung des Balles festgelegt, womit sich bei der Verschiebung des Pin´s auch das CG mit verschiebt. Dadurch entstehen die Finger oder Daumengewichte. Grundsätzlich erzeugt ein Daumengewicht (Pos. 3) mehr Roll und weniger Rutschen auf der Bahn (wenig Länge), Fingergewicht (Pos. 1) das Gegenteil, also mehr Rutschen und weniger Roll (viel Länge). Der Effekt ist aber sehr gering, oder eigentlich gar nicht vorhanden. Außerdem müssen auch hier die vorgegebenen Gewichtslimits eingehalten werden.


Bild 4
Position des Mass Bias
Ball Layout Mass Bias

Etliche Bälle, vor allem aus dem Hochpreissegment besitzen ein Mass Bias (Protrusion). Durch die Position des Mass Bias kann die Endbewegung des Balles im Backend beeinflusst werden. Dabei erzeugt Pos. 1 etwas mehr Länge und Pos. 3 etwas mehr Roll. Der Einfluss ist nicht all zu hoch, aber durchaus vorhanden.


Bild 5
Ausgleichsloch
Ball Layouts Balance Hole

Bälle, die das Gewichtslimit für Seitengewicht oder Finger- Daumengewichte überschreiten, benötigen ein Ausgleichsloch, um den Ball wieder regelkonform zu machen. Welcher Ball welche Gewichte haben darf, ist im Regelwerk der USBC niedergeschrieben. Ein Ausgleichsloch wird aber meist nur bei Seitengewicht gebohrt, Finger- oder Daumengewicht wird durch tieferes Bohren der Fingerlöcher oder des Daumenloches korrigiert. Mit der Positionierung des Ausgleichloches lässt sich aber auch der Hakenlauf des Balles beeinflussen. Dabei ist Pos. 1 eine Verringerung des Hakenlaufes, Pos.2 (direkt in den P.A.P gebohrt) keine Beeinflussung des Hakenlaufes, und Pos.3 eine Verstärkung des Hakenlaufes. Darüber hinaus ist auch noch von Bedeutung, wie groß und wie tief das Loch gebohrt wird oder es sein muß.


Fazit:

Aus diesen 5 Bildern ist ersichtlich ,warum das Bohren von Bällen durchaus eine Wissenschaft ist. Dadurch, das alle Positionen und Abstände stufenlos variabel sind, ergeben sich Tausende von Möglichkeiten von Ballbohrungen. Dabei kommt ja noch bei der Ballauswahl hinzu, welche Schale er besitzt, ob Polyester, Urethan, Reactiv oder Particle, welche inneren Werte der Ball hat, hier vor allem welches Differential und welchen RG Wert. Und natürlich wie spielt denn der betreffende Spieler seine Bälle. Low Track, High Track oder Full Roller und das noch mit welchen Tempo, welcher Drehzahl und welchem Achsenwinkel zur Bahn. Von den verschiedenen Bahnölungen noch gar nicht zu reden, den mit der richtigen Ball- und Bohrvariante kann man hier viel erreichen, aber auch viel "kaputt" machen.