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Bahnenpflege und Bahnenölung

Warum?

Wozu Öl auf der Bahn? In erster Linie wir das Öl gebraucht um  Bahnen und Bälle zu schonen. Dies ist  einleuchtend, wenn man sich vor Augen hält welche Kräfte und Drücke wirken. Ein durchschnittlicher Bowlingball wiegt etwa 6,5 kg. Seine Auflagefläche beträgt gerade einmal 3 Millimeter im Kreis, was etwa 7 Quadratmillimeter entspricht. Daraus ergibt sich ein mittlerer Flächendruck von ca. 90 bar. Durch unterschiedliche Relativ Geschwindigkeiten zwischen Bahn und Ball würde ohne Öl eine gewaltige Reibung entstehen, mit Temperaturen weit jenseits der 100 Grad Celsius. Es würde zu Verschmelzungsprozessen der Kunststoffe von Bahn und Ball kommen. Die Bahn wäre also binnen kürzester Zeit ruiniert. Die Bälle übrigens auch, da der Lauf Ring regelrecht verbrennt.

Bahn Reinigung

Bevor man Bahnen ölt, müssen sie natürlich erst einmal gereinigt werden, sprich das alte Öl muss von der Bahn herunter. Und zwar die komplette Bahn einschließlich dem Pindeck. Entweder wird es mit speziellen Waschmaschine gemacht, die einen Reiniger aufsprühen um das alte Öl zu lösen, um es dann abzusaugen in einen Auffangtank. Diese Reinigungsmaschinen wurden meist noch von Hand über die Bahn geschoben und gezogen.
Bei den neueren Ölmaschine handelt es sich um sogenannte Kombi Maschine, die in einem Durchgang die Bahn abwaschen und gleich wieder Ölen

Wie?

Bleibt die Frage: wie wird denn das Öl auf die Bahn aufgebracht? Ganz früher benutzte man dafür Sprühflaschen im Handbetrieb oder so eine Art ölgetränkte Besen. Bei den Sprühflaschen wurde manchmal mehr Öl in der Bowlinghalle vernebelt als auf die Bahn aufgesprüht. Ich habe das zwar nicht mehr selbst erlebt, aber die "Alten" erzählen öfter mal davon. Hört sich  ganz lustig an.
Irgendwann wurden dann spezielle Ölmaschine konstruiert.

Ölmaschine Kegel

Eine Kustiodan Ion Walker von Kegel.
Pad (Wick) Maschinen

Im Grunde handelt es sich hier um eine Maschine mit einem Filzstreifen, der so breit ist wie die Bahn, und in mehrere unterschiedlich breite Segmente unterteilt ist. Ein Segment ist in zwischen 3 und 8 Leisten breit. Diese Filzsegmente sind dann auf Hebeln befestigt, die sich unabhängig voneinander bewegen lassen. An diesen Filzen sind kleine Öltanks befestigt an denen sich die Filze durch den kapillar Effekt mit Öl vollsaugen. Die Filze werden dann an eine rotierende Glattwalze gedrückt (die Ölmenge kann hier durch die Einstellung des Druckes vom Filz auf die Walze eingestellt werden) auf der sie das Öl auftragen. Das aufgetragene Öl wird dann von einer sich drehenden Bürstenwalze von der Glattwalze übernommen, und auf die Bahn aufgebracht. Die Filzsegmente lassen sich dann zu- oder abschalten, womit dann auf der Bahn Bereiche mit oder ohne Öl erzeugt werden können. Der Pufferbereich ist dann die Strecke, wo die Filze zwar nicht mehr an die Walze gedrückt werden, aber das sich noch auf der Walze und Bürste befindliche Öl auf der Bahn aufgebracht wird. Die Ölmenge wird dadurch kontinuierlich weniger.

Ölmaschine Kegel

Eine Kustiodan Ion Walker von unten.
Sprühkopf Maschinen

Bei modernen Ölmaschinen wurden die Filzsegmente durch ein Sprühkopfsystem ersetzt. Das funktioniert so ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker. Der Sprühkopf wird über einen Schrittmotor gesteuert, der die Komplette Bahnbreite überfahren kann. Dadurch kann der Sprühkopf immer exakt Positioniert werden. Die Segmenteinteilung wurde damit völlig aufgehoben, was sehr ausgefeilte Ölbilder ermöglicht.

Übrigens, die Walker ist batteriebetrieben, und kann 60 Bahnen mit einer Akkuladung völlig selbsttätig Ölen ,ohne jedes menschliche zutun.
Sie wandert allein von Bahn zu Bahn.

Maschine mit Sprühleisten

Die letzte Entwicklung ist, das man den beweglichen Sprühkopf gegen eine Leiste mit 39 Einzeldüsen (für jede Leiste der Bahn eine Düse) ersetzt hat, die eine jede für sich einzeln angesteuert werden kann.

Ein Vertreter dieser Gattung ist die Maschine Authority der Firma Brunswick.