Das Jahr 1980

Die 80er begannen recht zwiespältig. Aus sportlicher Sicht war man eigentlich ganz gut unterwegs. Die erste Mannschaft von Fortuna war in der Bayernliga angekommen. Einige Mannschaften anderer Clubs hatten sich bis in die Gauliga (entspricht heute der Bereichsliga) hochgespielt. Auch erreichten einige Spieler gute Ergebnisse bei den Bayerischen Meisterschaften, und bei den Deutschen Meisterschaften war man auch vertreten. Von der Vereinseite war man auf 170 Mitglieder angewachsen und war damit 1980 der größte Bowlingverein in Unterfranken. Das zur positiven Seite.

Die andere Seite war, das die Querelen immer mehr zunahmen. Stritt man am Anfang nur über sportliche Dinge (wer spielt in welcher Mannschaft, wo werden welche Spiele zur Vereinsmeisterschaft gewertet usw.), ging es im weitern Verlauf um Kompetenzen der verschiedenen Ämter, Vorwürfe der Ergebnismanipulationen, bis man sich zu guter Letzt auch noch über die Finanzen stritt. Das ganze hinterließ schließlich einen Scherbenhaufen der erst zum Jahrtausendwechsel vollständig zusammen gekehrt war. Einen gewaltigen Schrumpfungsprozess an Mitgliedern löste er am Anfang ohnehin aus.

Aber der Reihe nach.

Am 1. März 1980 kam es zu einer vorgezogenen Jahreshauptversammlung des BSV, in deren Vorfeld einige Mitglieder aus dem Vorstand wegen Meinungsverschiedenheiten mit Rudolf Götz als damaligem Sportwart ihre Posten niederlegten. Bei den anstehenden Neuwahlen in dieser Versammlung wurde eine komplett neue Vorstandschaft gewählt. Am 8. März wurde dann der BSV Großlangheim mit Hilfe von Rudolf Götz gegründet mit dem Club BC Großlangheim 1980 als erstem Mitglied. Im April beschloss dann der BC Goldberg aus dem BSV Kitzingen auszutreten und zum 1. Juli dem BSV Großlangheim beizutreten. Gleichzeitig stellte der BSV Großlangheim beim BSKV den Antrag als eigenständiger Verein zugelassen zu werden. Dieses sah aber der BSV Kitzingen als Angriff auf seinen Vertretungsanspruch für Kitzingen und Umgebung an, und intervenierte beim BSKV. Der Landesverband war damals aber ohnehin von vornherein nicht gewillt, Großlangheim als eigenständigen Verein anzuerkennen, was er aber zu dem Zeitpunkt noch nicht erkennen ließ.

Im Mai verließ dann Bavaria Rottendorf geschlossen den BSV Kitzingen, weil man offensichtlich von diesem Hickhack genervt war.

Im Juni erfolgte dann der schon beschlossene Austritt des BC Goldberg Kitzingen aus dem BSV Kitzingen.

Eine Schlichterversammlung unter Leitung des Bayerischen Sport Kegler Verbandes (kurz BSKV) am 21.7 in Nürnberg brachte dann folgendes Ergebnis:

Der BSV Großlangheim und seine Clubs ziehen den Antrag auf Eigenständigkeit beim BSKV zurück, und schließen sich dem BSV Kitzingen als eigenständiger Verein an. Dazu wird zwischen dem BSV Großlangheim und dem BSV Kitzingen ein Vertrag erarbeitet und von beiden Seiten unterschrieben. Diese Vereinbarung erlangte Wirkung zum 1. August 1980.

Im Nachhinein betrachtet war diese "Einigung" eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt, weil man anstatt die Streithähne zu trennen, sie wieder in einen gemeinsamen "Stall" sperrte. Ein Ausdruck davon war auch, dass die beiden Clubs vom BSV Großlangheim (BC Großlangheim 80 und Goldberg Kitzingen) in Kitzingen spielten, und die Clubs vom BSV Kitzingen (Fortuna Kitzingen und Split Rottendorf) nur noch in Rottendorf spielten. Auch stellte sich später heraus das dieser Vertrag nicht rechtskonform war, da man die Satzung des BSV Kitzingen mit eben jenem Vertrag teilweise umging.